Das Liegerad


Dollart-Route 28. bis 30. September 2007 | Drucken |
Geschrieben von Enno Edzards   
Friday, 04 January 2008

Karte Dollart Route

Die Fahrradsaison nähert sich ihrem Ende und wir suchen noch nach einer Herausforderung für einen krönenden Abschluss. Da bietet sich die Dollart-Route an. Sie ist ca. 210 km lang, schön flach, aber dafür manchmal etwas windig. Und da das Wetter zu dieser Jahreszeit schon herbstlich werden kann, müssen wir auch mit etwas feuchten Streckenabschnitten rechnen. Das alles kann uns aber nicht abschrecken und von zu Hause aus werden schon mal 2 Quartiere gebucht, so dass wir 3 Tage Zeit haben.

Nach anfänglich 5 gemeldeten Teilnehmern hat sich die Gruppe auf drei verkleinert, von denen einer am 28. September (Freitag) vormittags noch arbeiten muss (Lehrer).

 


Bronze Figuren mit Kappe Martin und ich machen uns also früh morgens auf den Weg, um Uli dann nachmittags am Bahnhof von Winschoten abzuholen. Wir fahren mit dem VW-Bus bis Leer, laden unsere Fahrräder aus und dann geht es los. Das Wetter ist so mittelprächtig und verspricht auch nicht besser zu werden. Jedenfalls ist es fast trocken und der Wind weht mäßig aus Nordost (gut für unsere heutige Fahrtrichtung).

In freudiger Erwartung auf den Besuch in unserem Nachbarland Holland geht die Reise anfangs einige Kilometer entlang der Ems auf der westlichen Seite. Dabei passierten wir Weener mit seinem rustikalen Hafen und den Torfstecherinnen, um dann über Stapelmoor zufahren, und bei Nieuweschans die Grenze zu überqueren.

Cafe Reiderland Hier macht die Dollartroute nun einen Schlenker nach Norden, den wir auslassen weil wir auf der Rückfahrt die Alternativstrecke am Deich entlang fahren und dann auch durch diese Gegend kommen. Übrigens bekommt man heute von der Grenze fast nichts mehr mit, dass man sie passiert hat merkt man an den Straßenschildern und an der Sprache. Vorbei sind die Zeiten, als wir in den Siebzigern noch Tabak und anderes über die Grenze geschmuggelt haben.

Herberge de EsbörgAlso können wir uns Zeit lassen und in Nieuweschans erst mal einen Pott Kaffee trinken.

Dann fahren wir weiter über Beerta nach Winschoten, wo wir beim Bahnhof fast gleichzeitig mit Uli eintreffen. Für ihn wird die erste Etappe zur gemütlichen Feierabendtour, denn es sind nun noch etwa 12 km zu fahren bis wir unser erstes Quartier erreichen – die Jugendherberge von Scheemda. Dort geht es aber doch etwas anders zu als in deutschen Herbergen. Schon bei der Anmeldung hat uns die Leiterin darauf aufmerksam gemacht, dass an dem Abend dort eine Hochzeitsfeier stattfindet. Anders als bei uns, wird da aber nicht so ausgelassen und lange gefeiert, gegen Mitternacht werden die Holländer müde und müssen nach Hause.

Adresse:
Oldambtster Herberg "de Esbörg"
Esborgstraat 16
9679 BT Scheemda, Netherlands
+31 597 591255

Das war schon ein herrschaftliches Haus, genau das richtige Ambiente für drei zerzauste Liegeradfahrer. So verbringen wir dann nach dem auswärtigen Essen den Rest des Abends in der Bar um auch ein bißchen holländische Hochzeitsfeier- athmosphäre zu schnuppern.

Brücke Kaffeepause Am nächsten Morgen nach einem leckeren Frühstücksbüfett geht es bei ziemlich trockenem Wetter im Zickzack-Kurs weiter in Richtung Delfzijl. Wir fahren durch die nord-niederländische Tiefebene entlang vieler Kanäle und das Wetter meint es nicht gut mit uns.

Zunächst führt der Weg uns zur Nordsee nach Termunterzijl – Kaffeepause und aufwärmen.

 

 Uli hat sich von der nassen Hose schon das Knie Aufgescheuert ?Pension KerstenKnie aufgescheuert. Aber Liegeradfahrer kennen keinen Schmerz – Pflaster drauf und weiter geht`s.

Wir fahren über Wagenborgen, Slochteren am Schildmeer vorbei nach Appingedam wo schon Annelies von der Pension Kersten auf uns wartet.

Aber Frau Kersten ist nicht erfreut als sie unser Gepäck sieht und holt erstmal den Gartenschlauch hervor.

 

Pension Kersten
Schafscheiße Stationsweg 16/16A
9901 CR Appingedam, Netherlands
+31 596 628882 

Appingedam Appingedam ist ein Vorort von Delfzijl und ist bekannt durch seine historische Altstadt mit den hängenden Küchen. Es handelt sich bei den Häusern um ehemalige Lagerräume für Waren, die per Schiff über die Kanäle transportiert wurden. Als diese Gebäude dann zu Wohnhäusern umgebaut werden sollten, war es aus bautechnischen Gründen nicht möglich, dort Küchen einzubauen, so dass diese an die Häuser über dem Kanal schwebend angebaut wurden.

Pensionszimmer Dann wurden als erstes die nassen Klamotten zum Trocknen aufgehängt.

Nachdem wir dann auch unseren Blockwart (Gast mit Selbstüberschätzung) kennen gelernt haben, der dort für Ordnung sorgt, kommen wir endlich zum trocknen, gemütlichen Teil des Tages. Wir schauen uns die Altstadt an, um uns dabei gleich ein uriges Restaurant auszusuchen, wo wir es uns dann recht gut gehen lassen.

 

 

 

Feuriger Fleischtopf Feuriger Fleischtopf für 3 Personen

Landschaft Am Sonntagmorgen starten wir dann bei immer noch leicht feuchtem Wetter, durchfahren die Außenbezirke Delfzijls und passieren das Hafen- und Industriegebiet um uns dann am Deich entlang in Richtung deutscher Grenze zu begeben. Als wir Delfzijl verlassen haben, werden wir noch mit ein bißchen Kunst am Deich verabschiedet. Wir nehmen die Alternativroute, ansonsten hätten wir um 8 Uhr mit der Fähre von Delfzijl nach Emden-Knock übersetzen müssen, was uns doch etwas zu früh war.

Der weitere Streckenabschnitt ist dann weniger von interessanten Sehenswürdigkeiten, sondern mehr von Weiden und Feldern so weit das Auge reicht, geprägt.

Landschaft 2 Da die Straßen vorwiegend landwirtschaftlich genutzt werden, müssen wir ständig aufpassen, dass wir nicht in dieser schmierigen Masse von Schlamm, Schafscheiße und Regenwasser ausrutschen.

Reifenpanne Besonders unapetietlich ist in dieser Situation eine Reifenpanne, denn Martin hat sich wohl etwas reingefahren. Nach dem ersten Flicken ist das Vorderrad nach kurzer Fahrt dann erneut platt.

Luftpumpe vergessen ? – da will Uli mal zeigen, was in seiner Lunge steckt?!? Ach nee, er versucht wohl nur mit seinen zarten Lippen das Loch zu orten.

 

Aufpasser  Etwas später kommen wir dann in einen Ort, den wir von unserer gestrigen Tour schon kennen – Termunterzijl – da brauchen wir auch nicht lange nach einem Lokal für eine Kaffeepause zu suchen. Und wer läuft uns da über den Weg, genau, er hier, unser Aufpasser aus der Pension Kersten zu dem Uli schon ein richtig „herzliches Verhältnis“ entwickelt hat.

GrenzeFrisch gestärkt geht es dann weiter, einer endlos scheinenden Straße am Deich entlang und erreichen dann irgendwann doch noch die Grenze. Hier befinden wir uns auch am südlichsten Punkt vom Dollart an dessen Deich wir dann auf deutscher Seite nach Ditzum weiterfahren.

 

 

 Wir erreichen Ditzum, einen kleinen Fischerdorf mit ein Minifähre, mit der man über die Ems nach Petkum bei Emden fahren kann. Heimische Gefühle kommen auf.

Ditzum

Die Fischverkäuferin

Nun heißt es, den Endspurt einlegen. Wir fahren noch durch fünf Dörfer mit …um am Ende, Hatzum, Critzum, Jemgum, Bingum und Midlum bevor wir dann Leer erreichen. Dort ange- kommen, werden die verdrecken Fahrräder und Packtaschen in`s Auto verladen und wir starten wieder in Richtung Oldenburg. Drei Tage lang Bewegung an frischer Luft haben uns gut getan, auch wenn das Wetter manchmal nicht so optimal war, aber irgendwie hat jedes Wetter seine Reize wenn man die entsprechende Kleindung dabei hat.

Letzte Aktualisierung ( Saturday, 10 January 2009 )
 
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